Autoliebhaber sind fast immer auch Oldtimer-Fans. Und wenn man ein „normales“ Familienauto in der Garage stehen hat, wäre ein „altes“ Traumauto eigentlich die ideale Ergänzung. Bei schönem Wetter sollten freilich auch längere Ausflüge und ein Urlaub in den südlichen Sonnenländern möglich sein.

„Echte“ Oldtimer in gutem Zustand sind alles andere als preiswert und nur eingeschränkt alltagstauglich. Also wäre ein schöner „Youngtimer“ mit Veranlagung zum Oldtimer vernünftiger, wobei es zugegebenermaßen etwas verwegen ist, wenn einer, der sich so ein Auto zulegt, auch noch Vernunft als Argument gebraucht.

Wenn man also ein vernünftiges, zuverlässiges und alltagstaugliches Youngtimer-Cabrio zu einem vertretbaren Preis und mit annehmbaren Unterhaltskosten sucht, ist die Auswahl eingeschränkt.

In die Jahre gekommene „Exoten“ aus England, Italien oder USA sind in den Unterhaltskosten – auch wegen der Ersatzteilversorgung – unkalkulierbar. Für sportliche Cabrio-Fans sind die deutschen Marken BMW, Porsche und Mercedes besonders interessant.

Nun ist für den Zustand eines älteren Autos die Behandlung durch die Vorbesitzer ein wichtiger Gesichtspunkt. Relativ preiswert sind noch die 3er Cabrios (E30) von BMW. Deswegen sind sie meistens in der Hand von sehr jungen Fahrern, die alles andere vorhaben, als das Auto zu schonen. Ältere Porsche sind entweder sehr teuer oder ebenfalls zuschanden gefahren.

Wer ein gebrauchtes sportliches Cabrio als Zweitwagen zu einem einigermaßen vernünftigen Preis sucht, kommt am 107er Modell von Mercedes nicht vorbei. Neupreis und Kundenprofil haben in der Regel für pflegliche Behandlung gesorgt.

Da der 107er 18 Jahre lang produziert wurde, sind noch sehr viele Autos auf dem Markt. Das drückte bisher den Preis, seit einiger Zeit setzt aber eine Gegenbewegung ein. Je nach Zustand ist ein guter, einsatzbereiter SL mit etwas Glück ab ca. 20.000 EUR zu haben (die Coupes sind etwas preiswerter), für gepflegte 107er aus den letzten Baujahren mit wenig km kann der Preis auch mehr als doppelt so hoch sein. Vorsicht allerdings bei „zu wenig“ km: Langes Stehen schadet mehr als regelmäßiges Ausfahren. Die Ersatzteilversorgung ist gesichert. Und in der Versicherungseinstufung sind die SL erstaunlicherweise günstiger als viele Kleinwagen (was den sorgfältigen Umgang der Fahrer mit dem Auto bestätigt).

Wer freilich am Kaufpreis spart, der spart am falschen Ende: Mit ein paar Reparaturen und der Nachrüstung von fehlendem Zubehör kommt ein vermeintliches „Schnäppchen“ fast immer teurer, als wenn man gleich ein Auto in sehr gutem Zustand und mit der gewünschten Ausstattung kauft.

Neben der objektiven Kaufberatung des Clubs können vielleicht auch die ganz subjektiven Ansichten und Erfahrungen einzelner Club-Mitglieder auf den folgenden Seiten zur eigenen Entscheidungsfindung beitragen, die zum Teil auch recht unterhaltsam zu lesen sind.

hmw


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