Von Geheimnisvollen Spannungen (von Willy Damrath)

Hier kommen wir nun zwangsläufig zum Generator, (Lichtmaschine), der die Aufgabe hat, den Akku bei Laune zu halten, sprich mit Energie zu versorgen. Dies macht im allgemeinen ein Drehstromgenerator über einen Regler und einen Gleichrichter.

Der Gleichrichter verwandelt die erzeugte Dreh/Wechselspannung in eine Gleichspannung, denn nur diese kann einen Akku laden. Aus einen Akku kommt nur und immer Gleichspannung.

Der Regler hat die Aufgabe, die im Generator erzeugte Spannung auf einen, für unsere Zwecke brauchbaren Wert zu begrenzen. Dieser liegt bei ca. 14,5 Volt.

14,5 Volt? Warum so viel? Nun, das ist einfach zu verstehen. Ein ordentlicher Akku hat, guten Ladezustand vorausgesetzt, etwa 13 Volt, eher noch ein wenig mehr. (Warum das so ist, sollte dem Laien ziemlich egal sein.) Um jetzt aber einen Akku auf diese 13 V zu laden, benötigen wir eine Spannungsquelle mit einem etwas höheren Pegel. Hier wieder das Wasser, von Eimer 1 soll etwas in Eimer 2 fließen. Eimer 1 sollte also einen höheren Wasserstand besitzen. (Logisch?)

Nun ein wenig Praxis, die Karre springt nicht an !

Ich gehe davon aus, das sich der Akku außerstande sieht, die zum anwerfen der Maschine benötigte Energie zu liefern. Der Anlasser dreht nur sehr langsam, die Kontrollleuchten werden beim Starten sehr, sehr dunkel, oder es tut sich schlichtweg gar nix.

Eins vorab, niemals ein Werkzeug auf den Akku legen! Dies könnte einen Kurzschluss, (eine direkte Verbindung zwischen + und –), verursachen, die einen dicken Schraubenschlüssel in einen rotglühenden Zigarettenanzünder verwandeln kann. Außerdem kann durch den dann fließenden, sehr hohen Strom der Akku zerplatzen und übelste Schäden  an Mensch und Maschine verursachen!! Auch ein defekter Akku vermag dies zu tun.

Jetzt würde ich wie folgt vorgehen:

Den Akku ausbauen und laden. Immer zuerst den – Minus-Pol abklemmen! Vor der Ladung die Pole des Akkus reinigen. (weiche Messingbürste o.ä.) , den Säurepegel prüfen / auffüllen, außer bei Gel-oder Wartungsfreien Akkus, die sich nicht öffnen lassen. Bei einem „normalen Akku, die Verschlussschrauben hinausdrehen und einen Blick hineinwerfen. Die als graue Oberfläche sichtbaren Platten müssen einige Millimeter mit Säure bedeckt sein. Ausschließlich destilliertes Wasser verwenden.

Die Säure im Akku ist ein sehr unangenehmer Geselle, echt ätzend, also äußerste Vorsicht walten lassen. Sie frisst mit größten Vergnügen den guten Autolack oder die neue Jeans. Bei Hautkontakt sofort mit viel Wasser abspülen. Jetzt ein ruhiges Plätzchen suchen und das Ladegerät anschließen. (Beachten das beim Laden explosive Gase freiwerden, gut lüften)

Wie lange –  nun doch eine „Formel“, auf dem Akku steht eine AH-Angabe. So z. B. 66 AH beim 2,8 l, – 88 AH beim 5,0 l Motor. Jetzt teilen wir die AH, (Amperestunden), durch die A, (Ampere), die unser Ladegerät abzugeben bereit ist. Steht entweder auf dem Gehäuse oder es besitzt ein Messinstrument. Akku 88 AH, geteilt durch Ladestrom, 4 A = 22 Stunden Ladung. Dies ist nur ein ungefährer Richtwert. Zwischendurch mal nach dem „rechten“ sehen (Säurestand), kann nicht schaden. Und, wenn’s zu stark im Akku blubbert (kocht), dann lieber die Ladung unterbrechen und nach einer Ruhephase noch einmal anschließen. Spätestens, wenn es zum zweiten Male blubbert, hat der Akku genug Energie geladen.

In der Zwischenzeit:

  • überprüfen, ob: alle Türen verschlossen waren, der Kofferraum dicht war, (Innenbeleuchtungen), war das Radio abgeschaltet usw. (vielleicht steht der neu eingebaute 200 Watt-Verstärker unter Dauerstrom?)
  • Hat der Keilriemen die richtige Spannung ? Wenn das Auto allerdings lange gestanden hat, (Winterpause), und dem Akku keinerlei Aufmerksamkeit gegönnt wurde kann man sich die Sucherei schenken. Mit etwas Glück, hilft Aufladen.
  • Jetzt können wir noch die Anschlussklemmen reinigen und auch dem Wohnort des Akkus etwas Aufmerksamkeit schenken.
  • So, der Akku ist geladen und hatte etwa 1 Stunde Ruhe, nun werden wir das Ding mit unserem Messgerät mal prüfen.
  • Dazu stellen wir den Wahlschalter auf DC oder DCV, 20. (Bedienungsanleitung beachten)

Es ist jetzt für DC = Gleichspannung und 20 Volt eingestellt. Mit der roten Prüfspitze gehen wir auf den + Pol und mit der, (meistens), Schwarzen  auf den – Pol . Jetzt sollte die Anzeige mindestens 13 Volt verkünden. Zeigt sie deutlich weniger, gar nur um die 10 V, dann haben wir den Fehler höchstwahrscheinlich gefunden. Dieser Akku ist kaputt!  Zur Sicherheit nehmen wir nun den Batterie-Säure-Prüfer zur Hand und entnehmen jeweils einer Zelle soviel Säure, das der Schwimmer im Prüfer schwimmt. Ein Lappen sollte in Reichweite sein um tropfende Säure aufzufangen. (Lappen entsorgen). Nun können wir, bei den heute üblichen Modellen anhand einer Skala, rot/weiß/grün, den Zustand der Zellen erkennen. Üblicherweise passen bei einem defekten Akku ein oder zwei Messergebnisse nicht ins Gesamtbild.

Jetzt können wir wieder Grinsen und blättern bei einer gepflegten Tasse Kaffee und einem großen Stückchen Pflaumenkuchen die Beilagen der Tagespresse,  um ein attraktives Akkuangebot zu finden. Wir ärgern uns ein wenig über die horrenden Preise und nehmen uns vor, den neuen Akku im nächsten Winter besser zu behandeln.

Wenn aber der Akku nicht kaputt ist, bauen wir ihn wieder ins Automobil ein und prüfen dort weiter. Zuerst den + Pol anklemmen. Nun erneut messen. Noch immer ca. 13Volt . Das Fahrlicht einschalten, erneut messen. Nun sollte die gemessene Spannung nicht dramatisch unter die 12 V absinken. Tut sie das doch, auch hier ist die 10 Volt wieder eine schöne Zahl, dann ist er doch kaputt, der Akku. Sollte das der Fall sein, verfahren wie oben (Kaffee und Kuchen).

Wenn der Akku heil ist, dann wird es etwas aufregender. Nun messen wir, ob der Generator seiner Spannungserzeugenden Aufgabe mit dem nötigen Fleiß nachkommt.

Dazu ist eine zweite Person, vorzugsweise natürlich die werte Frau Gemahlin,  äußerst hilfreich. Zur Not geht es natürlich auch allein, doch wollen wir die Liebste in unser Hobby einbinden.

Nachdem Finger und Werkzeuge aus dem Motorraum entfernt wurden, starten wir das Aggregat. Jetzt messen wir, wenn sich das Standgas stabilisiert hat, erneut die Spannung am Akku. Die Anzeige sollte sich stramm auf die 14 Volt und leicht darüber bewegen. Jetzt bitten wir die Liebste, ein klein wenig Gas zu geben. Die Anzeige hat nunmehr auf etwa 14 –14,5 Volt anzusteigen. (könnte u.U. bis 15 steigen, das ist dann aber genug)

Macht sie das nicht, liegt der Fehler höchstwahrscheinlich im Bereich Generator, Regler oder Gleichrichter.

Ist bis hier aber noch alles in Ordnung, dann die Sache noch einmal mit eingeschaltetem Fahrlicht. Auch hier sind ähnliche Werte wie im vorherigen Abschnitt von Nöten.

Was jetzt noch bleibt, ist, alle Kabelverbindungen an Akku und Generator einer Sicht und Wackelprüfung zu unterziehen, es könnte ja sein das etwas gelockert hat. Ein wenig Kontaktspray kann auch nicht schaden.

Ansonsten, ab hier jemanden konsultieren, der sich damit auskennt!

Bei den Spannungsangaben besteht bei kleinen Abweichungen, hinter dem Komma, kein Grund zur Sorge. Wenn nach dieser kleinen Anleitung der Laie in der Lage ist, einen defekten Akku oder einen defekten Generator, (nebst Anhang), zu erkennen ist schon viel gewonnen. Der Akku ist schnell selbst besorgt und der Satz: „der Akku ist OK, sehen sie bitte mal nach der Lichtmaschine“, sagt der Werkstatt unseres Vertrauens, das wir durchaus „im Bilde“ sind.

Noch eine kleine Anmerkung zu neuen Akku, wer behauptet, der Akku sei mit dem Auffüllen der Säure, (auch neu ist sie ätzend), voll betriebsbereit,  der hat noch nie die Gebrauchsanleitung eines Akkumulators gelesen.  Auch hier ist, nach dem Auffüllen eine Ruhepause und anschließende Ladung erforderlich.

Neben der regelmäßigen Überprüfung des Säurepegels sollte man ab und zu die Säuredichte messen. Eine zu geringe Dichte, (entladener Akku), kann, vor allem im Winter dazu führen, das die Säure gefriert. Es ist nicht auszuschließen, das hierdurch Risse im Gehäuse entstehen und sich die „Suppe“  nach dem Auftauen daran macht, unserem gepflegtem Automobil hässliche Schäden zuzufügen.

Bei stillgelegten Fahrzeugen würde ich dazu raten, (geteilte Meinungen), den Akku auszubauen und frostfrei, mit gelegentlicher Ladung zu lagern.

Nun will ich aber nicht verschweigen, das ich, nachdem mich KJE auf die fehlenden Hinweise zum Säure-Prüfer aufmerksam gemacht hat, im Autozubehör einen Batterie-Tester gefunden habe. Es ist ein einfaches, kleines, elektronisches Gerät mit 6 lustigen Leuchtdioden, die sowohl den Akku-, als auch den Lichtmaschinen-Zustand durch freundliches Blinken erkennen lassen. Da mich sein Preis von DM 14,95 nicht in den Ruin treibt und ich den Segnungen der modernen Elektronik – zumindest manchmal – durchaus aufgeschlossen gegenüberstehe, habe ich das Ding mitgenommen und ausprobiert. Es funktionierte recht gut (zumindest reicht es für den Hausgebrauch).

Zum besseren Verständnis würde ich aber die beschriebene Methode vorziehen.

(trotzdem), Viel Spaß, Willy