Glühlampen (von Willy Damrath) Teil 1Nur ne klitze kleine Anleitung

Die Autoelektrik ist vielen ein Buch mit sieben Siegeln. Selbst einfachste Dinge, wie der Wechsel einer Glühlampe gegen ein passendes Exemplar scheint für viele Zeitgenossen ein Problem darzustellen. Es werden Zweifaden-Glühlampen dort eingesetzt, wo „normale“ Einfaden-Glühlampen hineingehören, 18 oder 21 Watt Soffitten finden auch dort noch Platz, wo eine mit 10 Watt ihr Zuhause hat. Das Standlicht bekommt eine, mit Pflaster umwickelte 2 Watt-Funzel, während das 5 Watt-Modell irgendwie in die viel zu kleine Fassung am Tachometer gepasst hat. Auch in den Scheinwerfern habe ich schon recht abenteuerliche Konstruktionen bewundern dürfen, Bilux Lampen in H 4 Einsätzen und umgekehrt. Beiseite gebogene Laschen an H 4 Lampen, so das sie verkehrt herum in den Scheinwerfer passten haben mich ebenfalls schon verblüfft. Auch wenn eine Glühlampe in erster Linie leuchten soll, ist es doch enorm wichtig, die richtigen Angaben, Volt und Watt genauestens zu beachten.


Vorab noch ein Wort zur Masse, sie ist, (fast), an allen Metallteilen unseres 107 vorhanden. Der Minus-Pol des Akkus, (Batterie), hat eine direkte Verbindung zum Metall der Karosserie. Man kann also, wo auch immer mit stromführenden Kabeln einen Kurzschluss verursachen, wenn diese ein Metallteil berühren!
Glühlampen (auch Birnen genannt)

Grundsätzliches:
Im R107 finden ausschließlich 12 Volt Glühlampen Verwendung. Diese sind immer in Übereinstimmung mit der Betriebsanleitung zu wählen, denn auch die elektrische Ausrüstung ist ein Bestandteil der Betriebserlaubnis, zudem ist die Leistung der jeweiligen Glühlampe von DB exakt auf ihren Einsatzzweck abgestimmt.

Angaben über Spannung, (Volt) und Leistung, (Watt) finden sich auf dem Metallkörper jeder Glühlampe.

Jede Glühlampe gibt neben Licht auch Wärme ab, die bei zu groß gewählter Leistung in ihrer Umgebung Schäden anrichten kann. Insbesondere die im Handel erhältlichen 75/100 Watt H4 Scheinwerferlampen können außerdem die Zuleitung überlasten.

(Nur zugelassene Scheinwerfer – Lampen verwenden)

Je höher die Leistung, (Watt), einer Glühlampe, desto höher ist der Strom, (Ampere), je höher der Strom, desto höher die Belastung der Zuleitung, (Kabel). Je mehr Strom durch ein Kabel fließt, desto höher ist die innere Reibung und die dadurch entstehende Wärme.

Der Aufbau (vereinfacht)

Eine Glühlampe besteht im wesentlichen aus einem luftleerem Glaskörper mit einem Glühfaden darin, aufgebaut auf einem Metallkörper. Der Metallkörper ist der leitende Minuspol. Der Pluspol hingegen sitzt am unteren Ende des Metallkörpers, und ist von diesem durch ein nichtleitendes Material elektrisch getrennt. Wird eine Spannung angelegt, fließt ein Strom vom Pluspol über den Glühfaden zum Minuspol. Hierbei entsteht durch den fließenden Strom eine innere Reibung im Glühfaden die diesen so stark erhitzt, das er zu Glühen beginnt.

Nun gibt es neben der „normalen“ Glühlampe in ihrer bekannten, fast runden Form in unserem Auto noch einige Varianten. Soffitte, H4 Lampe, H1 Lampe.

(Bei Halogen-Lampen befindet sich das Gas Halogen im Glaskörper)


 

Eine Soffitte ist eine länglich geformte Ausführung, bei der die Metallpole an den Enden des Glaskörpers liegen. Hier spielt es keine Rolle, wie herum sie eingesetzt wird.

Zusätzlich zur „normalen“ Einfaden-Glühlampe gibt es noch die Zweifaden-Glühlampe. Sie besitzt 2 Glühfäden, 2 Pluspole, (einen für jeden Faden), mit einen gemeinsamen Minuspol, (Metallkörper). Sie sind in fast jeder preiswerten Sortimentspackung zu finden, eignen sich aber nicht als Ersatz für die im 107 gebräuchlichen Einfaden-Glühlampen.

Im Scheinwerfer sind sogenannte H 4 Lampen für Fahr- und Fernlicht eingesetzt. Sie unterscheiden sich augenscheinlich vor allem durch ihre kompaktere Baugröße und ihre effektivere Lichtausbeute von den „normalen“ Glühlampen. Außerdem besitzen sie anders geformte Anschlüsse und der Metallkörper hat hier keine elektrische Funktion, der Masse/Minuspol ist hier wie die Pluspole als Steckverbindung ausgelegt. Diese H 4 Lampe passt nur in einer, der richtigen Stellung in die Fassung.

Dann ist da noch die H 1 Lampe, die in den Nebelscheinwerfern zu finden ist. Sie ist mit der H 4 Lampe verwandt, besitzt aber nur einen Glühfaden und hat als Pluspol ein kurzes Kabelstück mit einer Steckverbindung. Der Minus-Pol ist hier allerdings wieder der Metallsockel.


 

Funktionsprüfung
Die einfachste Art, eine Glühlampe zu prüfen ist, eine funktionierende aus ihrer Fassung zu nehmen und die zu prüfende dort einzusetzen. Brennt sie, ist sie OK. Eine zweite Möglichkeit ist die mit dem Vielfachmessinstrument. Auf Ohm einstellen und eine Prüfspitze an Plus, die andere an Minus . Bei Durchgang, die Anzeige sollte gegen 00 gehen ist sie OK.

Eine Glühlampe mit schwarzem Glaskörper oder sichtbar defektem Glühfaden bedarf keiner weiteren Prüfung. Sie ist kaputt.

Der Pluspol und der Metallkörper sollten sauber und nicht oxydiert sein. Wenn doch, mit weicher Messingbürste reinigen.


Die Fassung
Jede Glühlampe in unserem 107 sitzt in einer Fassung. Diese bildet den Minuspol, ( mit Ausnahme der H 4 ), also Masse und ist über die Karosserie oder ein separates Kabel, (braun), mit dem Minuspol des Akkus über einen Schaltkontakt verbunden. Die Fassung besteht aus Metall, (leitfähig), und mittig auf ihrem Grund sitzt der Pluspol, der keinesfalls eine leitende Verbindung zum Umgebenden Metall haben darf, er wird über ein Kabel versorgt. Fassung und Pluspol dürfen nicht verschmutzt oder oxydiert sein. Reinigen mit feinem Schmirgel, (600Körnung) und etwas Kontaktspray oder Batteriepolfett, (sehr wenig) können nie schaden. (beim Reinigen selbstverständlich ausschalten)

 


Die Masse (Minus)

Leitet den Strom nach durchfließen der Lampe wieder ab und ist deshalb genauso wichtig für deren Funktion. Eine „Lichtorgel“, ich meine damit, das wechselseitige Blinken von Rücklicht, Blinker Rückfahrscheinwerfer, das der eine oder andere schon einmal an einem vorausfahrendem Fahrzeug beobachtet hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit, ein Massefehler.


 

Auswechseln hinten
Für den, der keine Betriebsanleitung besitzt, hier das Auswechseln der wichtigsten Glühlampen.

Im Rücklicht sitzen mit einer Ausnahme, der Soffitte, (10 Watt), des Fahrlichtes, nur 21 Watt Einfaden-Glühlampen. Zunächst aber die beiden schwarzen Kunststoff-Rändelmuttern lösen, dann den Einsatz nach vorn/unten vorsichtig herausziehen und auf dem Kofferraumboden ablegen. Steckverbindungen müssen nicht gelöst werden. Die Lampen sind, von Außen nach Innen: Blinker, Schlusslicht, Bremslicht und Rückfahrlicht. Auf der linken Seite unter der Soffitte noch das Nebelschlusslicht.

Hier lassen sich in einem Notfall, ohne Ersatz, die Glühlampen von Nebelschlussleuchte und Rückfahrlampen problemlos als Blinker oder Bremsleuchte verwenden. Zum Auswechseln die Lampe leicht nach unten drücken und gleichzeitig gegen den Uhrzeigersinn drehen. Einsetzen entsprechend mit dem Uhrzeiger. Hier würde ich Lampen mit dunkel angelaufenen Glaskörper gleich mit auswechseln, sie haben keine lange Lebensdauer mehr.

Die Soffitte muss eine 12 Volt 10 Watt sein, andere passen nicht. Auch hier bieten sich mehrere Notlösungen an: Kofferraumleuchte, Deckenleuchte oder Handschuhkastenleuchte.

Zum Auswechseln die dünnere Kontaktfeder leicht zur Seite biegen.


Auswechseln vorn
Hier muss zunächst das Abdeckblech unter dem Scheinwerfer entfernt werden. An den Enden jeweils eine Kreuzschlitzschraube. Bei meinem 107 konnte ich es nur nach untern vorsichtig herausziehen. Bitte beachten, das zwischen den Blechen an der inneren Schraube,(die vor den Kühler), eine Abstandshülse sitzt, die verhindern soll, das die Bleche sich beim Anziehen der Schrauben zusammenziehen. Muss unbedingt wieder dazwischen.

Jetzt die Halteschrauben des Scheinwerfer/Blinkers lösen. 1. Zum Kühler hin, oben. 2. Zum Kühler hin unter dem Scheinwerfer und 3. die Kreuzschraube unter dem Blinker.

Keinesfalls die beiden mittleren Schrauben unter dem Scheinwerfer drehen, diese sind nur für die Scheinwerfer-Einstellung vorgesehen.

Der Scheinwerfer/Blinker-Einsatz könnte an den Gummidichtungen etwas festgebacken sein, darum vorsichtig nach vorn/unten lösen und nach oben herausziehen. Am Blinker die Kreuzschraube lösen, den Lampenhalter abnehmen und die Glühlampe unter leichtem Druck gegen die Uhr herausnehmen.

 

H 4 Lampe, Stecker abziehen und den Bajonett-Haltering mit leichtem Druck ebenfalls gegen die Uhr lösen. Beim einsetzen der H4 auf die Blechlasche achten, die Lampe passt nur in einer Position richtig herein. Nicht auf den Glaskörper fassen. Hier habe ich, wegen des erhöhten Arbeitsaufwandes vorsichtshalber alle Glühlampen gewechselt, Standlicht 4 Watt, Blinker 21 Watt. Nun in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen. Auf die Distanzhülse achten, siehe oben.


 

Das die Sicherungen vorher überprüft wurden setze ich voraus. Auch hier bei Bedarf nur die Zugelassene, Ampere beachten, verwenden.

Nägel, Schrauben oder Alufolie sind absolut und niemals auch nur kurzzeitig als Ersatz zu verwenden. Jede Sicherung ist, mit gewissen Reserven auf den zu schützenden Stromkreis abgestimmt! Wenn eine Sicherung durchbrennt, ersetzen, brennt sie sofort wieder durch, muss nach dem Fehler gesucht werden. Es liegt wahrscheinlich irgendwo ein Kurzschluss vor, d.h. eine direkte Verbindung eines stromführenden Kabels mit der Masse, (Minus). Hierbei kann ein so hoher Strom fließen, das der Kabelbaum zerstört wird und schlimmstenfalls das Auto in Brand setzt!

Ich halte es für erforderlich, mindestens je eine 12 Volt H4 Lampe, 12Volt 21 Watt Lampe und eine 12 Volt 10 Watt Soffitte sowie sämtliche Sicherungen als Ersatz mitzuführen.

Die Glühlampen im Kofferraum sind wegen der Beleuchtung desselben noch recht gut im dunkeln zu wechseln, am Scheinwerfer und dem vorderen Blinker hätte ich mir in dunkler Nacht „die Karten gelegt“!

Deshalb ist eine ordentliche Taschenlampe niemals verkehrt.