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Die technische Ausführung der Pkw-Bereifung ist im § 36 StVZO festgelegt. Demnach sind die Reifen entsprechend der europäischen Vorschrift ECE-R 30 genormt, dies gilt vor allem für die Beschriftung der Reifenflanke. Hier sind für den Fahrer wichtige Angaben sowie weitere Informationen zu finden. Es werden dabei metrische Einheiten mit dem engl. Zollsystem (1“ = 25,4 mm) kombiniert.

 

Beispiel für die Reifenkennzeichnung:
a: Reifenbreite in mm,

steigend in 10-mm-Schritten. Die tatsächliche Reifenbreite kann wegen der Fertigungstoleranzen von Hersteller zu Hersteller, aber auch wegen unterschiedlicher Felgenbreite, davon abweichen. Deswegen dürfen laut Fahrzeugschein manchmal nur Reifenfabrikate einzelner Hersteller (Markenbindung) auf bestimmten Felgen verwendet werden. Markenbindungen sind jedoch aus Wettbewerbsgründen gesetzlich nicht mehr zulässig – auch frühere Markenbindungen sind damit aufgehoben.

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b: Höhen/Breiten-Verhältnis, z. B. …/50, /55, /60/ … /80

Gemeint ist hier das Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnittes in Prozent. Man spricht dann auch von „50er Reifen“ oder „Serie 50“. Bei 50er Reifen ist die Höhe des Reifens zwischen Felge und Lauffläche halb so groß wie die Breite. Früher war bei 80er und 82er Reifen die Kennzeichnung nicht üblich, so dass man gelegentlich z. B. auch die Bezeichnung 185 R 14 findet.
c: Reifenbauart

„R“ bedeutet „Radial“. Das ist die heute übliche Bauart mit radial angeordneten Karkassenfäden. In den 60er Jahren waren Diagonalreifen Standard. Sie werden heute nur noch in Einzelfällen (z. B. für Oldtimer) hergestellt, anstelle des „R“ steht dann ein „D“. Eine Mischbereifung aus Diagonalreifen und Radialreifen (früher auch Gürtelreifen genannt) an einem Fahrzeug ist nicht zulässig.

d: Felgendurchmesser

Der Felgendurchmesser wird von Felgenrand zu Felgenrand (Messpunkte siehe Bild zu b:) gemessen, in der Regel in Zoll, bei bestimmten Reifen von Dunlop (TD), Michelin (PAX), TRX- und TDX-Reifen auch in Millimeter.

e: Tragfähigkeitskennziffer (Load Index LI)

Kennzahl für die Belastbarkeit des Reifens. Jedem LI-Wert ist eine bestimmte Belastbarkeit bei einem zugehörigen Luftdruck zugeordnet. Beispiele: „90“ = 600 kg; „93“ = 650 kg,. „94“ = 670 kg. Die montierten Reifen müssen mindestens dem in den Fahrzeugpapieren angegebenen Wert entsprechen, höhere Werte sind zulässig.

f: Geschwindigkeitssymbol (GSY, „Speedindex“)

Gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens an. Den Buchstaben sind folgende Geschwindigkeiten (in km/h) zugeordnet:

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Für schnelle, ältere Fahrzeuge werden Reifen mit den Bezeichnungen VR (Höchstgeschwindigkeit über 210 km/h) und ZR (Höchstgeschwindigkeit über 240 km/h) angeboten. Die maximale Geschwindigkeit hängt hier von fahrzeugspezifischen Werten ab.

 

Das Geschwindigkeitssymbol der montierten Reifen darf nur gleich oder höherrangig sein als die Angabe im Fahrzeugschein, auch wenn die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit weit unter der theoretischen Höchstgeschwindigkeit der geforderten Reifen liegt.

 

Ausnahme: Bei Winterreifen und Ganzjahresreifen (nur mit M+S-Kennzeichnung) darf der Speedindex für niedrigere Höchstgeschwindigkeiten gelten, als in den Fahrzeugpapieren für Sommerreifen eingetragen. Es muss dann aber ein Aufkleber mit der für die M+S-Reifen zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Sichtfeld des Fahrers angebracht sein, diese ist dann auch unbedingt einzuhalten.

g: Laufrichtungsbindung

Vor allem an Reifen mit unsymmetrischer Profilgestaltung sind auf der Reifenflanke Bezeichnungen wie „Rotation“, „Drehrichtung“ zusammen mit einem Pfeil eingeprägt. Diese Laufrichtung muss bei der Montage beachtet werden.

h: Tubeless (Schlauchlos).

Pkw-Reifen sind heute fast ausnahmslos schlauchlos. Das Einziehen eines Schlauches ist bis auf wenige Ausnahmen nicht zulässig (im Zweifelsfalle Hersteller fragen) und höchstens im Notfall (Reifenpanne) sinnvoll.

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„M+S“, Winterreifen/Ganzjahresreifen. Winterreifen sind mit „M&S“, „M+S“ oder ähnlich gekennzeichnet. Es gilt eine Ausnahmeregelung für die geforderte Geschwindigkeitsklasse (siehe Seite 6, Punkt f). In manchen Ländern (z. B. Österreich) ist eine Mindestprofiltiefe von 4 mm vorgeschrieben, sonst gelten die Reifen als Sommerreifen. 4 mm Mindestprofil werden für die Praxis in jedem Fall empfohlen.

„TWI“ (Treadwear Indicator), Verschleißanzeiger

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Auf der Reifenflanke findet man mehrmals das Kürzel „TWI“ (oder ähnlich) mit einem Pfeil Richtung Lauffläche. Dort findet man eine Stelle im Reifenprofil, die nicht so tief ist wie das sonstige Profil. Liegt diese Stelle beim abgefahrenen Reifen bereits an der Profiloberfläche, ist die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe (1,6 mm) erreicht und der Reifen muss erneuert werden.

In der Praxis wird eine Mindestprofiltiefe von 3 mm empfohlen, weil darunter die Aquaplaninggefahr deutlich zunimmt.

DOT-Nummer (Produktionsdatum)

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Bis 1999 ist das Herstellungsdatum in einer dreistelligen sog. „DOT“-Nummer mit einem kleinen Dreieck rechts neben der Zahl ersichtlich. Die ersten beiden Stellen kennzeichnen die Produktionswoche, die letzte Stelle entspricht der letzte Ziffer der Jahreszahl.

DOT ….. 325t bedeutet also z. B. dass der Reifen in der 32. Woche des Jahres 1995 hergestellt wurde.

Ab 1.1.2000 gilt eine vierstellige Schlüsselnummer, z. B. 1500: weist auf das Herstellungsdatum 15. Woche im Jahr 2000 hin

„E“-Prüfzeichen

Das ECE-Prüfzeichen (auch „e“) bescheinigt die Einhaltung der europäischen Norm (ECE R 30). Seit dem Produktionsdatum 1.10.98 (40. Woche 98, entspricht DOT-Nummer 408) ist diese Kennzeichnung der Reifenflanke in Europa Pflicht.

„R“ „runderneuert“, „retread“ oder „retreaded“

Kennzeichen für runderneuerte Reifen. Das Datum der Runderneuerung wird wie das Hestellungsdatum von Neureifen angegeben.