Praktische Tipps und nützliche Informationen für die Behandlung von Reifen:

  • Den Reifendruck mindestens alle zwei Wochen bei Umgebungstemperatur kontrollieren (auch den des Ersatzreifens).
  • Bei der Luftdruckkorrektur die Luft möglichst nicht aus den Reifen ablassen, solange diese warm sind.
  • Um die Quetschbeanspruchung auf die Reifen auf ein Minimum zu reduzieren, empfiehlt es sich, die Reifendrücke auf 3,2 – 3,5 bar zu erhöhen, wenn das Fahrzeug längere Zeit nicht benutzt wird.
  • Auch der Reifenverschleiß sollte regelmäßig kontrolliert werden; dabei ist zu berücksichtigen, dass die Leistungen auf nasser Fahrbahn mit zunehmendem Profilverschleiß merklich abnehmen. Deshalb sollten die Reifen gewechselt werden, wenn die Profiltiefe ca. 3 Millimeter erreicht hat.
  • Die Reifen der beiden Achsen alle 10.000 ‑ 15.000 km untereinander tauschen, um den Verschleiß zu optimieren und alle vier Reifen zusammen wechseln.
  • Wenn nur zwei Reifen gewechselt werden, sollten aus Sicherheitsgründen die beiden neuen auf die Hinterachse montiert werden. Der schnelle Luftaustritt (Perforation oder Platzen) eines Reifens der Hinterachse führt zu einer unmittelbaren Instabilität des Fahrzeugs, so dass der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verliert. Genau wie beim plötzlichen Verlust der Bodenhaftung in der Kurve, etwa auf nasser Fahrbahn, könnte dieses Ereignis zu einem schwer kontrollierbaren Übersteuern (Heck überholt Schnauze) führen.
  • Nach Stößen oder Perforationen sollte der Reifen von Fachleuten – auch auf der Innenseite – kontrolliert werden. Einer Beschädigung des Reifens sollte auf keinen Fall zu geringe Bedeutung beigemessen werden.
  • Es ist gefährlich, in einen schlauchlosen Reifen einen Schlauch einzulegen, da es beim Aufblasen zu Lufteinschlüssen zwischen dem Schlauch und der (luftundurchlässigen) Innenwand des schlauchlosen Reifens kommen könnte. In diesem Fall käme es zu einem kontinuierlichen Scheuern des Schlauchs gegen die Reifeninnenseite, was sehr bald zu einer Zerstörung der aus Schlauch und Reifen bestehenden Einheit führen könnte. Dies hätte noch schwerere Folgen, wenn es bei einem auf der Hinterachse montierten Reifen passieren würde.
  • Wird das Fahrzeug längere Zeit auf Flecken von Öl, Diesel oder Lösungsmitteln ganz allgemein abgestellt, führt dies zu einer Schädigung des Reifens, da diese Substanzen die Mischungen, aus denen der Reifen besteht, angreifen; gleiches gilt für kohlenwasserstoffhaltige Substanzen, die für die Reinigung der Reifenflanken verwendet werden.
  • Auch die übermäßige Verwendung von Schneeketten auf nicht verschneiten Straßen kann die Reifen nachhaltig schädigen.
  • Es ist möglich, dass auf der Reifenflanke manchmal eine „bläuliche“ Färbung auftritt. Dies ist ein rein ästhetisches Problem, das keinerlei Einfluss auf die Leistungen der Reifen hat.
  • Häufiges Auf- und Abfahren auf bzw. von Gehsteigen ist ein Faktor, der die Integrität der Reifenstruktur und auch der Fahrzeuggeometrie schädigt. Um einen unregelmäßigen Reifenverschleiß zu vermeiden, sollten alle 15.000 km sowohl die geometrischen Fahrzeugecken als auch die Reifen-Unwucht geprüft werden.

Quelle: Techn. Information, Pirelli, Zusammenfassung: Jörgen Eriksen (PTT)


 

Was man sonst noch beachten sollte:
wie alt sind die Reifen auf Ihrem SL/SLC?

Schauen Sie lieber mal nach. Das Alter, (Produktionswoche und Jahr) finden Sie als DOT Nummer auf jedem Reifen. Die Reifenhersteller empfehlen, Reifen unabhängig von der Rest-Profiltiefe nach 4 Jahren zu ersetzen. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 7 Jahre. 10 sind auf jeden Fall zuviel.

Im nachfolgenden werden noch einige Punkte aufgezeigt, die Sie beachten sollten.

  • Um den Erhalt guter Fahreigenschaften zu gewährleisten, sollten die Reifen zwischen 5.000 und 10.000 km unter Beibehaltung der Laufrichtung umgesetzt werden. D. h. von vorne links nach hinten links usw. Das Umsetzen muss jedoch vor einer deutlichen Ausprägung des charakteristischen Abnutzungsbildes erfolgen, da sich bei einem zu späten Umsetzen die Fahreigenschaften verschlechtern.
  • Nach dem Umsetzen sollten Sie den Reifenluftdruck richtig stellen. (Reserverad nicht vergessen).
  • Leichtmetallscheibenräder mit richtigem Drehmoment (110 Nm) anziehen.
  • Der Reifenluftdruck ändert sich pro 10°C Lufttemperaturwechsel um ca. 0,1 bar.

Vorderachse: An den Vorderrädern ist eine etwas größere Abnutzung der Reifenschultern gegenüber der Laufflächenmitte normal. Dieses Abnutzungsbild ist deutlich ausgeprägt, wenn Reifen-Luftdruck zu niedrig ist, wenn enge Kurven sehr sportlich oder mit Gaswegnahme gefahren werden oder vorwiegender Stadtbetrieb vorliegt.

Hinterachse: An den Hinterrädern ist die Abnutzung normalerweise über die gesamte Lauffläche verteilt, wobei die Abnutzung meistens in der Laufflächenmitte etwas größer als an den Schultern ist. je nach Belastung des Fahrzeug-Hecks (bei hoher Last erhöhter negativer Sturz) kann die Abnutzung an der Laufflächen-Innenseite etwas größer als an der Außenseite sein.

(aus der 107 Klassik)


 

Auswirkung zu geringen Luftdrucks

Griffigkeit auf Sand Deutlich mehr Zugkraft
Aquaplaning Negativ bis etwa 1,5 Bar. dann positiv aufgrund der Glockenbildung der Laufflächenmitte nach innen.
Dauerhaltbarkeit Eine Verringerung um 0,5 Bar lässt im Dauerlauftest Versuchsreifen schon bei 185 statt 200 km/h platzen.
Festigkeit am Bordstein Absenkung 0,5 Bar macht die Flanken um 20 Prozent empfindlicher.
Abwurf von der Felge Bei schneller Kurvenfahrt und Druck unter ein bis 1,2 Bar besteht die Gefahr, dass der Reifen vom Feigenwulst abspringt
Verschleiß 20 Prozent weniger Luftdruck führen zu einer um 30 Prozent geringeren Lebensdauer
Rollwiderstand, Verringerung des Luftdrucks um 0,5 Bar bedeutet 15 Prozent höheren Rollwiderstand und mehr Verbrauch,

(Quelle Michelin)