SLC1Wie der Motor Klassik 11 / 2004 zu entnehmen ist, hat sich Redakteur Alf Cremers von der MOTOR – KLASSIK mit einem 280 SLC einen Jugendtraum erfüllt.

In der Rubrik „Fuhrpark der Redaktion“ ist da auf Seite 117 unter der Überschrift „Endstation Sehnsucht“  u. a. zu lesen:

„Alf Cremers ist am Ziel seiner Youngtimer-Wünsche angekommen. Nach diversen kurzlebigen Affären etwa mit diversen Mercedes Benz 250, einem BMW 628 CSi oder einem Siebener BMW, Baureihe E23, möchte der rastlose Kollege nun eine längere Beziehung zu einem Automobil pflegen.

Der Mercedes C107 ist eine alte Jugendliebe von ihm. Schon als Schüler stellte er mit Vaters Voigtländer-Kamera dem einzigen 350 SLC in seiner Kleinstadt nach: KK-CE 220. Vielleicht hat dieses Exemplar ja sogar überlebt.

Nun entschied sich AC für einen 280 SLC, Baujahr 1978, in Saphirblau mit Schaltgetriebe und Colorglas. Weil Cremers ein überaus eifriger Schnäppchen-Jäger ist, erwarten wir Zustand vier.“

Unter „PREIS GEKRÖNT“ auf Seite 13 seines Blattes MOTOR-KLASSIK meint AC. beim Vergleich MB 350 SL mit Alfa 1750 GT und Triumph TR6 zum 350 SL:

„Die typischen Liebhaber dieser eigenwillig gestylten Mercedes-Sportwagen sind wohlhabende, erfolgsorientierte Leute, die in ihrer Freizeit alles tun, nur nicht schrauben.“ – (damit trifft er wohl nicht mehr ganz den Kern der „Szene“), dafür aber mit seinen weiteren Bemerkungen zum W 107:

Solch deftige Lebensäußerungen, wie das Blaskonzert des Triumph TR 6 sind dem Mercedes 350 SL fremd. Mehr als ein zorniges Rauschen dringt nie aus dem Motorraum. Dann hört es sich so an, als ob ein heftiger Sturm ums Haus fegt. Ist es nur der Motor oder der Visco-Lüfter?

Nur über 5000 U/M.hämmert der Motor das typische Achtzylinder-Stakkato. Aber ihn so hoch zu drehen passt einfach nicht zum gediegenen Naturell dieses Wagens. Er ist kein Leichtathlet, sondern der ausdauernde Langstreckenläufer mit leisem Motor, souveräner Kraftreserve und hohem Komfort, – das genaue Gegenteil vom TRT 6.

Man sitzt im 350 SL nicht auf der Straße, wie im bockigen Engländer, duckt sich nicht tief im vorbeirauschenden Verkehrsgewühl und ist weder angreifbar  noch verletzlich. Es lebt sich geborgen in diesem großen, schön möblierten Wagen. Der dicke Windschutzscheibenrahmen gibt einem auch offen fahrend, das wohltuende Gefühl von Sicherheit.

Auch die Zweifel, die einen im TR 6 gelegentlich überkommen, wenn man im Regen den Scheibenwischerschalter betätigt oder bei einsetzender Dämmerung das Fahrlicht, sind dem 350 SL-Fahrer völlig fremd.

Die großen, mit präzisem Klick rastenden Schalter können gar nicht anders als funktionieren. Diese Bestimmung ist ihnen ins Material diktiert.

…..Der Mercedes … ist eben kein Spielzeug, mit dem man nur so zum Spaß aus Übermut fährt. Trotzdem machen gerade mit ihm lange Reisen an den Gardasee oder ins Tessin offen besondere Freude mit intensiv erlebtem Marschtempo von 120 km/h.

Der Verbrauch ist niedrig, der Genuss ist hoch, die Sinne sind heiter, weil man nie daran denkt, liegen zu bleiben. Und selbst wenn, ist das benötigte Ersatzteil am nächsten Morgen da. Was einem der SL an elementarem Fahrspaß vorenthält, gibt er einem an Geborgenheit wieder zurück.“